Popp-Hackner Photography

Popp Hackner Photography

Die beeindruckenden Ausstellungen mit Landschaftsfotos von Verena Popp-Hackner und Georg Popp waren bereits auf den letzten Photo+Adventure Veranstaltungen vielbeachtete Hauptanziehungspunkte! Wir freuen uns, dass wir die Bilder der beiden auch heuer wieder als großformatige ChromaLuxe Metal Prints produzieren konnten.

Verena und Georg haben sich zudem sofort bereit erklärt mit ihren einzigartigen Fotografien in unserer Motivwelt vertreten zu sein. Die Motivwelt ist eine Hi-Res Bilddatenbank in der wir handverlesene Bilder erstklassiger Fotografen, Künstler und Sammlungen in höchster Auflösung und bester Qualität für unsere Printprodukte anbieten.

Was das Wiener Fotografen-Ehepaar seit vielen Jahren immer wieder zu Höchstleitungen in der Landschaftsfotografie treibt, lesen Sie im folgenden Interview.

Popp Hackner Photography

Stefan Fiedler, SALON IRIS (SF): Nun kennen wir uns schon eine Weile und wir haben schon zahlreiche, schöne Ausstellungsprojekte für euch produzieren dürfen. Wie habt ihr beide euch kennengelernt und festgestellt, dass die Landschaftsfotografie eure gemeinsame Leidenschaft ist?

Georg Popp (GP): Verena und ich haben uns schon mit 21 bzw 22 Jahren kennengelernt. Grundsätzlich über unser Hobby Basketball, haben aber schnell unsere gemeinsame Faszination fürs Reisen und Abenteuer entdeckt. Wir sind ab Anfang der 1990er Jahre dann öfter für sechs bis acht Monate in Nordamerika (Alaska, Kanada, Rest-USA, Mexiko) herumgereist. Freilich immer mit wenig Geld, einem alten gebrauchten Chevy Van als Unterkunft und meist mit Seekajaks am Dach um die Küsten und Inselwelten der Pazifikküste zu erkunden. Nach Hause sind wir immer erst dann, wenn alles ersparte Geld futsch war.

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SF: Ihr fotografiert nun schon seit über 20 Jahren vorwiegend und mit höchstem Qualitätsanspruch Landschaftaufnahmen mit Großformatkameras und analogem Film. Wie seid ihr dazu gekommen?

Verena Popp-Hackner (VPH): Auf diesen Reisen zusammen haben wir viele spannende Abenteuer erlebt und schöne Dinge gesehen. Schon damals haben wir das freilich mit einer Kamera festgehalten, wenngleich auch nur als Erinnerung und sehr stümperhaft. Georg hat irgendwann ein "How-to" Buch über Naturfotografie gekauft und mit den ersten besseren Bildern ist unsere Faszination immer weiter gewachsen. Nachdem wir oft in den Nationalparks der USA unterwegs waren, wurden wir auch auf die tollen Bilder der amerikanischen Landschaftsfotografen aufmerksam. Vor allem die bestechende Qualität der Grossformat-Aufnahmen hat auf uns eine Faszination ausgeübt, die uns nie mehr losgelassen hat, bis heute nicht. Unsere erste Grossformatkamera haben wir 1993 gekauft und wir fotografieren eigentlich noch immer mit dem gleichen Modell. Ab unserem Entschluss, es zu versuchen, mit Landschaftsfotografie unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, bis heute gut 20 Jahre später, haben wir immer noch das glückliche Gefühl, dass es unser Hobby ist.

SF: Arbeitet ihr immer zusammen oder auch einzeln?

VPH (lacht): Beides. Freilich lässt es der Alltag mit schulpflichtigen Kindern nicht zu, zu zweit zu verreisen. Bevor unsere Kinder in die Schue gingen, waren wir als Familie unterwegs, meist in Neuseeland oder den USA. Ist aber schon eine Weile her. Daher sind wir während der Schulmonate nun meist jeder für sich allein unterwegs. Aber wir haben immer viel Wert darauf gelegt, in den Schulferien zusammen eine große Fotoreise zu unternehmen. In den letzten Jahren oftmals nach West Australien. Beides ist toll: Zusammen etwas zu erleben aber auch ganz alleine sich für vier bis sechs Wochen am Stück zu 100 Prozent aufs Fotografieren zu konzentrieren.

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SF: Was war bisher euer interessantestes Reiseziel?

GP: Das ist unmöglich zu beantworten. Meist es jenes, wo man gerade ist, gerade war oder als nächstes hinfährt.

SF: Was war euer spannendstes Erlebnis?

GP: Wir sind beide schon immer ziemliche Abenteurer gewesen und letztlich über Abenteuerreisen zur Fotografie gekommen. Besonders gern sind wir mit unseren Seekajaks irgendwo am Meer in Alaska oder British Columbia unterwegs, meist von einem Wasserflugzeug irgendwo abgesetzt. Hautnahe Begegnungen mit Orcas, Walen oder Grizzlies gehören da zum Alltag aber wir könnten sicher einige Bücher mit haarsträubenden Erlebnissen erzählen. Eines unserer größten Abenteuer war es vermutlich, das erste Mal mit unserer erst sechs Monate alten (ersten) Tochter für ein paar Monate im Winter nach Neuseeland zu reisen, ohne zu wissen, wie das mit Fotografie und Allem funktionieren wird. Am Ende war es ein tolles Erlebnis und ausschlaggebend für uns, noch viele, viele weitere spannende Reisen als Familie in den folgenden Jahren zu unternehmen.

SF: Wo wart ihr bisher noch nicht auf diesem herrlichen Planeten? Welche Landschaft(en) würdet ihr noch gerne bereisen und fotografieren?

Prinzipiell sind wir nicht darauf aus, möglichst viele Länder zu bereisen. Wir kommen gerne immer wieder dorthin zurück wo es uns besonders gut gefällt. Ganz einfach, weil wir darauf aus sind, fotografisch mehr in die Tiefe zu gehen und nicht um fotografische "Rundumschläge" zu machen. Grundsätzlich gilt für uns, wenn wir eine spezielle Gegend bereisen wollen, dann tun wir das auch. Das ist der Luxus, von Beruf wegen Landschaftsfotograf zu sein. Es gibt aber Regionen, wie etwa in Mittel- oder Südamerika, die wir bislang noch nicht oder nur zu selten besucht haben, weil es sich nie ausging.

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SF: Was ist eure bevorzugte Kameraausrüstung für Landschaftsfotografie und warum?

VPH: Nach wie vor die 4x5" Großformatkamera. In erster Linie, weil man damit gezwungen ist, sehr bewusst und sorgfältig zu arbeiten. Die Verstellmöglichkeiten (Anm.: Shift, Tilt, Scheimpflug) erlauben es, in einem Foto all das zu erreichen, was man ansonsten nur digital mittels "Stitching" oder "Fokusstacking" machen könnte. Es gibt einem das Gefühl ein Foto vor Ort zu "kreieren" und nicht erst danach am Computer. Auf die Auflösung kommt es - heutzutage - dabei nicht mehr unbedingt an, digitale Mittelformatkameras haben da bereits die Nase vorn.

SF: Fotografiert ihr mit Filtern? Welche verwendet ihr?

GP: Die einzigen Filter, die wir verwenden sind Grauverlauffilter und - hie und da - einen Pol Filter. Grauverlauffilter sind notwendig, weil unser Filmmaterial der Wahl (Fuji Velvia 50 ASA) keinen sehr großen Dynamikumfang hat.

SF: Warum betreibt ihr (noch immer) analoge Fotografie mit 4x5" Diafilm?

GP: Es ist die einzige realistische Möglichkeit mit Großformatkameras zu fotografieren. Digitale Rückteile für Fachkameras sind eigentlich nur fürs Studio tauglich. Das Fotografieren mit einer digitalen Hasselblad oder Phase One Mittelformatkamera wäre sicherlich denkbar. Fraglich ist aber ob man mit einer 50-70.000 Euro kostbaren Ausrüstung in den Sümpfen Louisianas paddeln würde oder damit in der Brandung an der Pazifikküste stehen will. Hochauflösende Scan-Verfahren, wie sie etwa bei SALON IRIS zum Einsatz kommen, "transportieren" dann ohnehin die Information der super-scharfen und kornlosen Fuji Velvia Diafilme in ein digitales File.

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SF: Wie steht ihr generell zur digitalen Fotografie und den diversen Techniken die erst dadurch wirklich möglich geworden sind wie HDR, Focus-Stacking, gestichte Panoramafotografie etc.?

GP: Die digitale Fotografie hat vieles verändert, meist zum Besseren. Techniken sind dazu da, Mittel zum Zweck zu sein, um seine Vorstellung eines Bilder zu ermöglichen. Wenn es dafür notwendig ist HDR einzusetzen oder zu Stitchen, dann ist das nur legitim. Für uns ist es wichtig das Motiv für sich sprechen zu lassen, die dabei eingesetzte Technik sollte dabei gar nicht wahrnehmbar sein.

SF: Was bedeutet "Qualität" für euch?

GP: Für uns war die "klassische" oder traditionelle Landschaftsfotografie immer der Antrieb Nr 1. Auf einem Print sein Auge von Vordergrund bis Hintergrund schweifen zu lassen und dabei als Betrachter in der Lage zu sein visuell auf "Entdeckungsreise" zu gehen, ist uns wichtig. Wir wollen Betrachter für länger als nur einen flüchtigen Moment fesseln. Exakte Schärfe und Detailwiedergabe spielt dabei eine große Rolle. Wir wollen mit unseren Prints - so gut es geht - ein "Fenster öffnen", in eine Welt, die der Betrachter so nie sehen würde. Da gehört wie das Warten auf den perfekten Moment und das ideal Licht vor Ort oder der ganze enorme Aufwand, den es bedarf um ungewöhnliche Landschaften zu finden und dort auch hinzugelangen genauso dazu wie die optimale Ausarbeitung der Prints bei SALON IRIS.

SF: Was darf auf keiner eurer Reisen fehlen?

VPH: Das "Reisegefühl"!

SF: Wo und wie vermarktet ihr eure Fotos?

GP: Wir haben unsere Fotos eigentlich nie an Bildagenturen weitergegeben, sondern immer selbst vermarktet. Weltweit. Das bedeutet, dass man ein Popp-Hackner Bild auch nur über uns bekommt. In Form von Lizenzvergabe für Abdrucke für alle möglichen Verwendungen. Bilder die man also neuerdings in der Motivwelt von SALON IRIS erwirbt, sind da keine Ausnahme. Die Lizenzgebühr ist es, die es uns Fotografen erlaubt, den ganzen Aufwand auch tatsächlich zu betreiben und dabei etwas zu verdienen. Wer nur 08-15 Bilder an der Wand hängen haben will, bekommt sie bei in diversen Möbelhäusern sicher günstiger.

SF: Was würdet ihr jungen Fotografen raten die euren Weg einschlagen möchten?

GP: Gründlich recherchieren, was bereits von anderen Fotografen gemacht wurde - was "State of the Art" ist. Die Arbeit von guten Fotografen analysieren, was und warum einem daran so gut gefällt. Dann aber seine eigenen Ideen finden und verwirklichen. Im Idealfall projektbezogen. Nur hübsche Bilder zu machen ist in der heutigen Zeit keine Basis mehr.

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SF: Was würdet ihr auf eine Insel mitnehmen?

VPH (lacht): Jöö, die "Inselfrage"! Ein Seekajak sollte jedenfalls dabei sein!

SF: Zuletzt engagiert ihr euch auch stark für ein lokales Fotoprojekt in Wien. Erzählt mir mehr darüber.

GP: Unser WIENER WILDNIS Projekt betreiben wir nun seit fünf Jahren und nun erschien dazu ein schöner Bildband. Es war unsere einzige Ausnahme sowohl von der Landschaftsfotografie als auch der Großformatfotografie abzuweichen. Es geht um die urbane Tierwelt und Natur Wiens - das wilde Leben in der Großstadt. Das Buch oder die Webseite www.wienerwildnis.at sprechen da hoffentlich für sich. Das ganze Projekt ist auch ein gutes Beispiel, wie man mit einer guten Idee und viel Einsatz ein sehr, sehr erfolgreiches Naturfoto-Projekt betreiben kann. Sogar mitten in der Stadt.

SF: Vielen Dank Verena und Georg für das Interview und den Einblick in euer beneidenswertes Fotografenleben!

http://popphackner.com

Erstellt am 09.11.2017 von Stefan Fiedler.