Wissenswertes aus unserer Praxis

Die richtige Datenaufbereitung

  • RGB- oder Graustufen-Dateien mit eingebettetem Farbprofil bzw. Graustufenprofil
  • Farbprofil/Arbeitsfarbraum: vorzugsweise Adobe RGB oder ECI-RGB. Bei unbunten Farbbildern ist sRGB oder ColorMatch RGB am besten geeignet, bei SW-Bildern Dot Gain 20%.
  • Dateiformate: vorzugsweise TIFF oder PSD.
    JPEG nur in maximaler Qualität (Stufe 12) und nur einmalig im letzten Bearbeitungsschritt als JPEG sichern!
  • Dateiauflösung: vorzugsweise 180 dpi optische Auflösung bezogen auf das Druckformat, bei kleinen Formaten sind 360 dpi optimal. Je nach Motiv, Druckverfahren, Material, Vergrößerungsmaßstab etc. sind minimal bis zu 90 dpi Dateiauflösung ohne Pixel druckbar. Daten bitte nicht hochrechnen ("Bild neu berechnen")!
  • Schärfung: Daten nicht oder nur leicht schärfen (Filter "Unscharf maskieren")
  • Wichtig: Einstellung der Daten (Farben, Kontraste, Helligkeit, Retuschen etc.) nur auf einem kalibrierten Monitor vornehmen!
  • Daten Upload: über unser Upload-Link. Teilen Sie uns Ihre Ausführungswünsche im Textfeld gesondert mit.

 

Inkjet Pigmentprints vs. digitale Fotobelichtungen

Wir werden immer wieder nach dem Unterschied bzw. den Vor- und Nachteilen von unseren Inkjet Pigmentprints (auch Digital FineArt Prints) im Vergleich zu digitalen Fotobelichtungen gefragt. Dazu zählen digitale Ausbelichtungen die mittels RGB-Laser bzw. -LED Belichtern, wie z.B. mit dem legendären Durst Lambda, dem océ LightJet oder dem ZBE Chromira auf traditionellen Fotoapapieren digital belichtet und anschließend chemisch entwickelt werden.

Das ist der Versuch einer objektiven Beschreibung beider Technologien:

1) Druckqualität, Auflösung und Schärfe:

Nominell belichten Laserbelichter mit 200 bzw. 400 dpi Auflösung, moderne Inkjetverfahren (wie z.B. die von Salon Iris eingesetzten Epson Stylus Pro Drucker) mit einer adressierbaren Druckkopf-Auflösung von 720 dpi. Diese Werte können jedoch nicht 1:1 gegenübergestellt werden da die Auflösung der Laserbelichter ca. 4000 dpi visueller Auflösung bei Halbtonverfahren entsprechen soll, das von Inkjet-Pigmentprints durch unterschiedliches "Dithering" (Druckpunktplatzierung) ca. 2880 dpi. In beiden Fällen ist das Druckbild rasterlos und ein Farb- bzw. Druckpunkt mit freiem Auge nicht mehr erkennbar. Experten vertreten häufig die Meinung, dass Fotos mittels Laserbelichter ausbelichtet, wegen der traditionellen Fotoapapiere mitunter etwas "fotografischer" wirken, hochauflösende Pigmentprints (Inkjet Prints mit Pigmenttinten) jedoch deutlich schärfer sind.

2) Gamut / Farbraum:

Eigentlich würde man vermuten, dass der Farbraum der RGB Laser-Fotobelichter, die mittels additiver Farbmischung arbeiten, deutlich größer ist. Tatsache ist jedoch, dass moderne Inkjetverfahren mit bis zu 11 unterschiedlichen Tinten (7 Farben + teilw. Light Töne) einen deutlich größeren Farbraum abdecken und - je nach Medium - höhere Maximaldichten (Dmax) reproduzieren können. Besonders offensichtlich wird das Defizit der digitalen Fotobelichter gegenüber Inkjet Pigmentprints bei intensiven gelben, blauen und grünen Farbtönen.

3) Produktionsgeschwindigkeit:

Laserbelichter sind schnell. Sie können zwischen ca. 25 und 50 m² pro Stunde belichten. Wenn man jedoch den Aufwand für die nachfolgende chemische Nassentwicklung berücksichtigt relativiert sich der Geschwindigkeitsvergleich zu den aktuellen Inkjetdruckern mit wasserbasierenden Pigmenttinten und fotografischer Auflösung. Diese können, je nach Qualität und Auflösung, zwischen 5 und 20 m² pro Stunde bedrucken. Die hohe Produktionsgeschwindigkeit der Fotobelichter in Verbindung mit den deutlich niedrigeren Kosten für Fotopapiere und Chemie führen zu günstigeren Verkaufspreisen verglichen mit Inkjet-Prints auf wertvollen FineArt Papieren.

4) Materialvielfalt:

Seine große Stärke spielt der Inkjetdruck bei der Vielfalt der bedruckbaren Medien aus. Während für Fotobelichter einige wenige (meist PE/Kunststoff-)Fotopapiere zur Auswahl stehen, können Inkjetverfahren hunderte unterschiedliche Materialien bedrucken wie z.B. eine Vielzahl von FineArt- und Foto-Papieren, Folien, Leinwand, Textilien etc.

Mit der neuesten Inkjet-Technologie, den sog. UV-Flachbettdruckern, lassen sich darüber hinaus diverses Plattenmaterial aus Holz, Metall, Kunststoff, Glas usw. direkt bedrucken.

5) Druckformate:

Der Durst Lambda belichtet Fotopapier bis 127 cm Rollenbreite x Rollenlänge, der océ LightJet 500XL (der nicht mehr produziert wird) kann Formate bis 182 x 306 cm belichten. Der Epson Stylus Pro 11880 Inkjetdrucker hingegen bedruckt als zur Zeit breitester "FineArt- und Foto-tauglicher Inkjetdrucker" Materialien bis 162,5 cm Breite x nahezu beliebiger Länge - bei bis zu 2880 dpi nomineller Auflösung. In dieser Breite sind jedoch nur wenige Medien verfügbar, eine größere Auswahl an FineArt Medien gibt es bis 152cm/60" Rollenbreite.

6) Oberflächen-Empfindlichkeit:

Laser-und LED Belichtungen auf Fotopapier sind üblicherweise weniger empfindlich als Inkjetprints mit Pigmenttinten bei denen die Farbpigmente auf der Oberfläche liegen. Bei traditionellen Fotopapieren hingegen sind die Farbstoffe geschützt in der lichtempfindlichen Emulsionsschicht eingebettet.
Inkjetverfahren können, je nach Tinten, Bedruckmaterial, Motiv und Betrachtungswinkel, störende "Differential-Gloss" bzw. "Bronzing" Effekte aufweisen. Diese konnten zuletzt durch rasante Verbesserungen bei Tinten und Medien auf ein Minimum reduziert werden.

7) Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit:

Pigmentprints sind heute - abhängig vom Bedruckmaterial - allgemein weit lichtbeständiger als analoge Fotovergrösserungen und digitale Fotobelichtungen. Bei den Fotopapieren ist Fuji Christal Archiva das lichtbeständigste Material. Es ist annähernd so lichtbeständig wie durchschnittliche Inkjet-Pigmentprintverfahren. Viele Pigmentprint Inkjetverfahren sind jedoch, unter den gleichen simulierten Langzeit-Testbedingungen, deutlich lichtbeständiger als (digitale) Fotobelichtungen.
siehe auch:
http://www.wilhelm-research.com/
http://www.aardenburg-imaging.com/

8) Flexibilität:

Es gibt diverse beidseitig bedruckbare Inkjet-Papiere - gestrichene Poster- sowie hochwertige FineArt Papiere für Foto-Portfolios, Alben, Musterbücher etc.
Fotopapier ist hingegen nur einseitig belichtbar.

9) Ökologie:

Analoge chemische Film- und Papier-Entwicklungsverfahren belasten die Umwelt wesentlich mehr als unbedenkliche wasserbasierende Pigmenttinten.

10) Die Zukunft:

Die Zukunft gehört - und darüber sind sich alle Experten einig - der Inkjet-Technologie. Mit großen Entwicklungsschritten werden Inkjet Lösungen ständig besser, schneller, größer, vielseitiger und leistungsfähiger.

Anm. Jän. 2011: Beide oben beschriebenen Laser-Fotobelichter werden nicht mehr produziert. Der letzte Durst Lamda wurde im Dezember 2010 ausgeliefert.

Digital Fine Art Papiere und Lösemittel

Es ist bekannt, dass die diversen beschichteten Digital Fine Art Papiere in direktem Kontakt mit Lösemitteln vergilben oder sich verfärben können. Diese unerwünschte Reaktion kann durch Klebebänder und sog. Weichmacher (z.B. in PVC Folien enthalten) aber auch durch Dämpfe von Reinigungs- und Verdünnungsmittel, wie sie in jedem Künstleratelier vorhanden sind, entstehen.

Es ist aus dem selben Grund zu vermeiden Digital Fine Art Papiere (unbedruckt oder bedruckt) starken Ozonquellen (z.B. Lüfter von Kopierern und Laserdrucker etc.) oder dem direkten Luftstrom von Klimaanlagen auszusetzen. Obwohl die Verfärbungen mitunter reversibel sein können empfiehlt sich zum Verpacken der diversen Digital Fine Art Papiere ausschließlich geeignete Klebebänder zu verwenden.

Als unproblematisch getestet wurden in diesem Zusammenhang z.B. die Klebebänder Tesa 64000 und Tesa 64044.

Haltbarkeit von Digital Fine Art Prints

Sie haben Fragen zur Haltbarkeit von Digital Fine Art Prints? Unter http://www.wilhelm-research.com werden diese und viele mehr beantwortet!

Henry Wilhelm gilt als weltweit führende Authorität zu Fragen von Licht- und Alterungsbeständigkeit von digitalen Inkjet Prints und analogen Fotomaterialien. Nicht zuletzt deswegen haben wir Henry Wilhelm 2002 als Vortragenden zu unserer legendären Artbits Veranstaltung nach Wien geholt.

Weitere interessante Informationen zu dem Thema finden Sie bei Aardenburg Imaging: http://www.aardenburg-imaging.com/

Wölbung von Prints auf Büttenpapier

Pigmentprints auf Büttenpapier die von Rollen gedruckt werden können, je nach Papier, Format, Luftfeuchtigkeit etc. eine mehr oder weniger starke Wölbung aufweisen ("curl").

Diese ist durch lockeres Einrollen des Druckes in die Gegenrichtung einfach zu begegnen. Dabei sollte der Druck mit einem säurefreien Seidenpapier geschützt werden. Mit einem weiteren Seidenpapier umwickelt ist der Druck nach wenigen Stunden bis zu einem Tag "entspannt".

Konservatorisch richtige Archivierung und Präsentation von Pigmentprints

Lagern Sie digitale Pigmentprints am besten in unseren säurefreien Archivboxen. Auf diese Weise wird die Haltbarkeit Ihrer hochwertigen Drucke wesentlich verlängert!

Pigmentprints sollten - wie alle künstlerischen Arbeiten auf Papier und Fotografien - nicht direkt mit dem Bildglas in Verbindung kommen. Verwenden Sie am besten Alu-Rahmen mit Distanzhaltern oder säurefreie Passepartouts um Ihre Pigmentprints konservatorisch richtig zu präsentieren.

Drucker zieht Papier nicht ein

Wenn Ihr Drucker keine Blattware mehr einzieht kann es daran liegen, dass die Einzugswalzen aus Gummi verschmutzt oder staubig sind. Eine mögliche Abhilfe funktioniert folgendermassen:

Bekleben Sie ein etwas stärkeres Blatt Fotopapier im Format DIN A3 beidseitig, flächig mit einem nicht zu stark klebenden Office-Doppelklebeband. Achten sie darauf, dass das Klebeband gut am Papier festgerieben wird bevor Sie die Schutzfolie abziehen damit es sich nicht vom Blatt lösen kann. Lassen Sie dieses Blatt vom Drucker einziehen und ohne es zu bedrucken wieder auswerfen.

Das Doppelklebeband übernimmt den Schmutz und Staub von den Walzen, weitere Papiere sollten jetzt wieder problemlos eingezogen werden. Falls erforderlich nach einiger Zeit wiederholen.

Alle Angaben und Tipps erfolgen ohne Gewähr!

Epson Pressurized Tintencartridges

Bei den Epson LFP-Druckern der neueren Generationen (4/7/9800, 4/7/9880, 4/7/9900) empfiehlt es sich von Zeit zu Zeit den Verschlusshebel der unter Druck stehenden Tintencartridges zu öffnen und alle Tintentanks zu entfernen.

Bei längeren Standzeiten macht es auch Sinn alle Cartridges einige Zeit behutsam zu schwenken. Beim Wiedereinsetzen der Cartridges wird der Überdruck neu aufgebaut was eine gleichmässige Druckverteilung im gesamten Tintensystem und auf alle Druckköpfe bewirkt.

Resttintenbehälter

Legen Sie sich nicht nur ausreichend Tinten auf Vorrat sondern auch Resttintenbehälter (Maintenance-Cartridge). Nichts ist lästiger als wenn der Drucker am Samstag Nachmittag wegen eines vollen Resttintenbehälters nicht mehr weiterdruckt!

Tinten-Cartridges schütteln

Vor dem Einsetzen neuer Cartridges und nach langen Standpausen sollten Tinten Cartridges eine Zeit lang vorsichtig geschüttelt bzw. eher geschwenkt werden.

Dadurch wird vermieden, daß eine mögliche Pigment-Sedimentation zu Druckproblemen bzw. Farbverschiebungen führt.

Wie ist die beschichtete Seite eines Inkjet Papiers festzustellen?

Je nach Papier und Coating-Verfahren ist die beschichtet Druckseite mitunter schwer festzustellen. Matte FineArt Papiere (wie z.B. die Papiere von Hahnemühle) haben eine "kreidige" Druckseite. Sie ist gut zu erkennen wenn das Papier in einem leichten Winkel zum Licht betrachtet wird. Eine andere Methode, die auch bei glänzenden Inkjet Papieren gut funktioniert: mit der Zungenspitze leicht das Papier berühren. Die beschichtete Seite fühlt sich etwas klebrig an.

Drucker immer ausschalten?

EPSON Großformatdrucker sollten bei Nichtgebrauch ausgeschalten werden. Im Gegensatz dazu sollten Canon-LFP (Large Format Printer) eingeschalten bleiben da sie täglich durch kurze automatische Reinigungszyklen sicherstellen, daß die Druckköpfe befeuchtet sind und dadurch nicht verstopfen.

Hohe Luftfeuchtigkeit (40-50%) erhöht die Verlässlichkeit und beugt Düsenausfällen vor. Vor allem in der Heizperiode haben sich Luftbefeuchter in der Nähe der Drucker als sehr hilfreich erwiesen. Drucker sollten daher nicht an warmen, trockenen Plätzen (Heizung, sonniges Fenster) stehen oder in staubigen Umgebungen betrieben werden. Im Zweifelsfall eine Staubschutzhaube nähen und bei Nichtgebrauch den Drucker damit abdecken.

Bei EPSON-LFPs ist es ratsam 1-2 Mal pro Woche zumindest einen Druckkopf-Düsen-Test durchzuführen!